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Bitterlingsteich in Jütchendorf

Hervorgegangen aus einer Kiesgrube, die Ende der 1920er Jahre für Materiallieferungen für das Olympische Dorf (Elstal) angelegt worden ist, befindet sich heute am Rande der Ortschaft Jütchendorf der Bitterlingsteich. Das Kleingewässer, gesetzlich geschützt als Biotop und im Naturpark Nuthe-Nieplitz gelegen, hat Probleme mit zu viel Schlamm: Der Bitterlingsteich wächst langsam zu und die Wasserqualität bietet der Fischart Bitterling längst keine Lebensbedingungen mehr.

Nun wird das Jütchendorfer Kleingewässer renaturiert, also wieder in einen naturnahen Zustand versetzt. Im Februar 2015 beginnen die Arbeiten. Die wesentlichen Maßnahmen werden dann bis November 2015 durchgeführt, während in 2016 und 2017 noch wiederkehrende Leistungen erfolgen werden.

Zunächst wird speziellen Amphibienfahrzeugen das Röhricht an der Gewässersohle abgeschnitten und gemeinsam mit hereingefallenen Ästen, Baumkronen und Stämmen aus dem Bitterlingsteich entnommen und abtransportiert. Und damit zugleich viel Material, das sich sonst am Teichgrund gesammelt hätte und allmählich zu Faulschlamm geworden wäre. Diese Arbeiten werden bis Anfang März abgeschlossen (und in ähnlicher Form 2016 und 2017 wiederholt).

Im Anschluss daran erhält der Bitterlingsteich eine Sauerstoffkur. Ein patentiertes Belüftungssystem, d.h. mehrere hundert Meter Schlauch mit kleinsten Löchern, wird direkt auf der Schlammschicht ausgelegt. Über einen Kompressor wird mehrere Monate bis ca. November 2015 Luftsauerstoff direkt oberhalb der Gewässersohle eingeblasen. Dort tritt er feinperlig und gleichmäßig aus, ohne dass das Gewässer in Wallung gerät oder Verwirbelungen auftreten. Und eben dieser Luftsauerstoff wird genau an der richtigen Stelle die biologischen Prozesse ankurbeln: die Mikroorganismen werden zu einer sehr fleißigen Arbeit angeregt, nämlich zur Zersetzung und Abbau der Schlammschicht.

Der Erfolg kann Monat für Monat mit bloßem Auge wahrgenommen werden. Damit dies auch auf dem Papier nachweisbar wird, werden an mehreren Messpunkten monatlich Proben genommen, die Schlammdicke gemessen und die Wasserqualität bestimmt.

In den Jahren 2016 und 2017 wird der eingangs beschriebene Röhrichtschnitt wiederholt, um den Wuchs zu unterdrücken, eine offene Wasserfläche herzustellen und dem Gewässer weitere Nährstoffe zu entziehen.

Die beschriebenen Maßnahmen werden durch Fachfirmen ausgeführt. Es wird eine ökologische Bauüberwachung und ein spezielles Amphibienmonitoring geben. Außerdem werden die Arbeiten von verschiedenen zuständigen Fachbehörden für Naturschutz, Forsten, Wasser und Boden begleitet und beaufsichtigt.

Die Renaturierung des Bitterlingsteichs wird gefördert durch die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg.
Die Gesamtkoordination liegt beim Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg e.V.



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